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Bildanalyse System PicEd Cora: Volumenmodul |
Die Problemstellung:
Aus der zweidimensionalen Schnittverteilung (Schliff) von kugelförmigen Objekten
kann exakt die Volu-
menverteilung ermittelt werden. Dieses mathematische Phänomen ist oft als Tomatensalat
Problem be-
zeichnet. (Wie war die Größenverteilung der Tomaten, wenn nur ein Tomatensalat vorhanden
ist ?)
Die Umsetzung dieser Mathematik in der PicEd Cora Software ermöglicht Füllstoffanalysen
mit konkreten Volumenbestimmungen.
Das Volumenmodul ermöglicht die Rückrechnung auf die Volumen-Verteilung der ange-
schnittenen Körper. Dies ist bei entsprechend guter Statistik und kugelförmigen
Körpern, die regellos
im Volumen verteilt sind, möglich. Sind die Körper nicht kugelförmig, so ist die
errechnete Verteilung
als grobe Näherung anzusehen.
Die Idee des Verfahrens:
Die Häufigkeitsverteilung der Schnittkreisradien einer
monodispersen Kugelverteilung (alle Kugeln
haben die gleiche Größe) ist eindeutig bestimmbar und nur von der Dichte der Verteilung
abhängig.
Betrachtet man eine Häufigkeitsverteilung der Schnittkreisradien einer nicht
monodispersen Kugelver-
teilung, so ist klar, daß der Anteil der größten Radien in dem Histogramm durch
Schnitte der größten
Kugeln durch die Kugelmitte herrühren. Damit läßt sich auch der Beitrag der größten
Kugeln zu dem
Schnittkreisradien-Histogramm für kleinere Radien bestimmen und subtrahieren. Für die
verbleiben-
den zweitgrößte Radienklasse in dem Schnittkreissradien-Histogramm wird dann das
Verfahren suk-
zessive wiederholt.
Zur mathematischen Behandlung des Verfahrens verweisen wir auf folgende Artikel:
Guenther Bach, "Kugelgrößenverteilung und Verteilung
der Schnittkreise", Institut für Mathematik B,
Technische Hochschule, Braunschweig.
Guenther Bach, "Size Distribution of Particles derived
from the size of their sections", Technische
Hochschule, Braunschweig.

Die Behandlung von Einflüßen (realistische Schliffe):
Obwohl der Rückschluß von zweidimensionaler auf die
dreidimensionale Verteilung exakt ist (unter der Annahme einer beliebig großen
Schnittebene), muß doch in der Praxis mit aufnahmebedingten Unsicherheiten gerechnet
werden.
In diesem Modul ist daher zur Erhöhung der Genauigkeit die Addition von
Schliffstatistiken und dadurch die Vergrößerung der Schnitttfläche möglich.
Die Volumendichte kann zum einen exakt aus der Flächendichte ermittelt werden und
zum anderen aus der Volumenverteilung. Die Abweichung dieser beiden Werte liefert ein Maß
für die Genauigkeit der
errechneten Volumenverteilung.Je kleiner der Unterschied ist, desto vertrauenswürdiger
ist die angezeigte Verteilung. Eine Abweichung der beiden Werte kann durch eine zu
schlechte Statistik (zu wenige Schnittflächen), durch eine zu große Abweichung der
Körper von der Kugelform oder durch Bild- und Präparationsfehler, herrühren.
Ein Problem bei der Rückrechnung stellen die Schnittflächen mit sehr kleiner
Fläche dar. Meist wer-
den diese Schnittflächen nicht durch die entsprechende Verteilung der zu untersuchenden
Körper
verursacht, sondern durch Verunreinigungen und andere Proben- oder Aufnahmefehler. Dies
kann
aber bei der Rückrechnung eine Fehlerquelle darstellen. Deshalb hat der Benutzer die
Möglichkeit
einen minimalen Radius, bzw. eine minimale Fläche anzugeben, ab der die gefundenen
Schnittflä-
chen von den zu untersuchenden Körpern herrühren.
Die gefundene Verteilung für die Schnittflächen, die unterhalb dieser Grenze liegen,
wird dann igno-
riert und möglichst konsistent extrapoliert.