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Bildanalyse System PicEd Cora: Richtreihen Vergleiche |
Zur Kennzeichnung von Mikrostrukturen im metallographischen Umfeld existieren internationale Normen, welche etwa Form, Verteilung und Größe durch Richtreihen klassifizieren.
Beispiele sind etwa DIN 50601 (Korngrößen bei ferritischem Stahl) oder DIN-EN 945 (Mikrostruktur von Graphit in Gußeisen) um nur 2 Normen herauszugreifen.
Das Richtreihen Modul ist eine Hilfestellung für die praktische Arbeit, denn oft lässt die Komplexität des Gefüges oder die Schwierigkeit der Schliffpräparation eine bildanalytische quantitative Auswertung nicht oder nicht hinreichend zu.

Sphärograuguß mit GGG50 Gefüge und DIN 945 Richtreihe
Bei herkömmlicher Arbeitsweise werden die Richtreihenbilder meist auf Papier (und an der Wand hängend) mit dem Okularbild am Mikroskop verglichen und dadurch der Schliff bewertet.
Moderne Bildanalyse kann diese Art der Bewertung wesentlich erleichtern, indem die Richtreihenbilder in das vom Mikroskop abgegriffene Videobild eingeblendet werden.
Dadurch sieht der Betrachter Schliffbild und Richtreihenbilder in einer Ebene.
Die Bildelemente der Richtreihe können dann durchgeblättert werden.
Die Anordnung von Schliffbild zu Richtreihenbild ist variabel. So können die Richtreihenbilder überdeckend oder abziehbildartig (so wie in dem gezeigten Beispiel) eingeblendet werden. Ebenso kann die Bildbezeichnung (in diesem Fall hier die Richtzahl) mit eingeblendet werden
Die Software gewährleistet, dass die Bilddarstellung des Schliffes und die Richtreihenbilder in derselben Vergrößerung dargestellt werden.
Voraussetzung für die Arbeit mit Richtreihen ist der Erwerb der entsprechenden Norm. Diese wird vom deutschen Institut für Normung e.V. zur Verfügung gestellt. Von diesem Dokument werden die entsprechenden Bilder ausgeschnitten und unverändert mit den Hilfsmitteln der PicEd Cora Software als Richtreihe abgelegt. Bei diesem Verfahren sind Abbildungsfehler ausgeschlossen.
Die Richtreihenbilder sind in Normvergrößerung abgebildet, d.h. zur Bewertung eines Schliffes muss eine bestimmte Vergrößerung am Mikroskop eingestellt werden.
Nach der – einmalig erfolgenden – Kalibrierung des Systems, also der Zuweisung eines Maßstabes zu jeder Vergrößerung, muss bei dem Richtreihenvergleich nur die eingestellte Vergrößerung des Mikroskops in der Software angewählt werden.